Stadtkapelle Hanauer Musikverein zeichnet mitreißendes musikalisches Porträt von Andreas Hofer
Eine konzertante Meisterleistung bot die Stadtkapelle Hanauer Musikverein beim Jahreskonzert am Samstag.
Das Publikum in der gut besuchten Stadthalle erlebte dabei einen unvergesslichen Abend mit zahlreichen Höhepunkten.
von Oscar Sala - Kehler Zeitung
Dirigent Wolfgang Geiger wählte »A Triumphant Fanfare« als feierlichen Einstieg. Das reich instrumentierte Werk des Schweizer Komponisten Franco Cesari setzte bei den Hanauern die Höhe der musikalischen Messlatte fest
- Blech- und Holzbläser brillierten, die Schlagzeuger entfalteten ihre Energie.
Unmittelbar zuvor hatten sich die Darbietungen der Bläserklassen der Stadtkapelle unter der Leitung von Jennifer Geiger ebenso ambitioniert gestaltet.
Nach dem langem Beifall zu urteilen, kann die Stadtkapelle auf ihren Nachwuchs mit Recht stolz sein. Hier wächst eine Musikergeneration nach, die sich den hohen Ansprüchen der Stadtkapelle gewachsen zeigt.
Nach Mozarts Klassiker »Die Hochzeit des Figaro«, kündigte Moderatorin Elisabeth Baumert mit dem Stück »Mantua« von Otto M. Schwarz den eigentlichen Höhepunkt des Abends an: Ein Werk über das Leben des Freiheitskämpfers Andreas Hofer,
der 1809 den Tiroler Aufstand in siegreichen Schlachten anführte. In faszinierenden musikalischen Bildern beleuchtet das Stück, von Hofers Hinrichtung in Mantua ausgehend, Lebensstationen des Volkshelden.
Dirigent Geiger forderte seinen Musikern alles ab, diese schufen mit viel Dynamik eine grandiose Klanglandschaft. Dazu kam die reife Darbietung der Solisten Katharina Fuchs, Annika Walter und Bernhard Beiser.
Jungmusiker begrüßt
Bei Philip Sparkes Komposition »Prelude to a Celebration« (Auftakt zu einem Fest) wurden passend zum Titel zehn junge Musikerinnen und Musiker begrüßt, die den Sprung aus der ersten Bläserklasse in die Stadtkapelle geschafft haben.
Vor der Pause hieß es noch »Loslassen!« eine lebhafte Polka Carl Michael Ziehrer. Insgesamt zehn Stücke standen auf dem Programm der Stadtkapelle, das im zweiten Teil mit dem berühmten Bossa nova »Desafinado« des brasilianischen
Komponisten Antonio Carlos Jobim fortgesetzt wurde.
Voll überzeugten mit ihren Instrumenten die Solisten Björn Geiger, Benedikt König und das gesamte Schlagzeug der Kapelle. Danach ging es weiter mit den »The Incredibles«, eine Mischung aus Technopop und klassischen Agentenmotiven, und
weiteren bekannten Stücke, etwa ein sehr gefühlvoll vorgetragenes »Summertime« von George Gershwin, »Saxpack« von Otto Schwarz sowie ein fetziges »YMCA« als letzter Titel des Abends.
Die Solisten Jasmin Duc, Michael Ritt, Jörg Ammann, KarlHeinz Fimeyer, Bernhard Sutor und die ausgezeichnete SaxophonEinlage von Jörg Merbitz setzten glänzende Akzente.
Zum Kehler Vereinigungsjubiläum 2010 hatte Wolfgang Geiger eine Festmusik für Kehl komponiert, die bei den Aufführungen des Freilichttheaters von zwei Ensembles der Stadtkapelle zu hören war. Am Samstag sollte die Komposition
erstmals mit der ganzen Stadtkapelle zu hören sein die Uraufführung stieß beim Publikum auf begeisterten Beifall.
Schier noch begeisterter zeigten sich die Musiker als »Bauersbuam« bei ihrer spaßigen »LaBrassBanda«Einlage in der Zugabe.
In Kürze gibt es ein Wiedersehen mit den Hanauern allerdings der närrischen Art: Die Musiker der Stadtkapelle begleiten den großen Fasnachtsumzug in Kehl musikalisch.